← eine Jeep-Tour durch Wadi Rum, das Tal des Mondes, im Süden Jordaniens Wadi Rum Ratgeber

JORDANIENS HOLLYWOOD-WÜSTE

Warum Filmemacher Wadi Rum immer wieder in den Mars verwandeln

Von Lawrence von Arabien über The Martian, Dune und Star Wars – der rote Sandstein von Wadi Rum dient seit über sechzig Jahren als Kulisse für Wüstenplaneten und ferne Welten.

Wadi-Rum-Tourdaten auf GetYourGuide ansehen ↗

Lawrence von Arabien (1962) begann es

David Leans „Lawrence von Arabien“ war der Film, der Wadi Rum einem internationalen Publikum erstmals ins Bewusstsein rief – die atemberaubende Weite des Tals stand stellvertretend für die gesamte arabische Wüste des Arabischen Aufstands. Doch es ist mehr als nur eine filmische Kulisse: Lawrence selbst durchquerte das echte Wadi Rum während des Feldzugs, den der Film schildert – Landschaft und Geschichte teilen also eine authentische Verbindung, selbst dort, wo der Film sich dramaturgische Freiheiten nimmt. Mehr als sechzig Jahre später ist dieser Film immer noch der Maßstab, an dem jede spätere Produktion gemessen wird, und der Grund, warum Wadi Rum für Location-Scouts längst ein Begriff war, lange bevor Mars und Arrakis ins Bild rückten.

Der Marsianer – Rettung auf dem Mars (2015) – Kartoffelanbau auf dem Mars

In Ridley Scotts „Der Marsianer“ dienten Wadis Rums roter Sand und Felsen als Oberfläche des Mars, auf der Matt Damons gestrandeter Astronaut allein überleben muss – und der Film setzte bewusst auf die Verblüffende Ähnlichkeit: weite, leere, rostfarbene Landschaften ohne jegliches Grün oder Dunst, die die Erde verraten würden. Es ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, warum Wadi Rum für Alien-Szenen so perfekt funktioniert: Das Eisenoxid, das den Sandstein rot färbt, ist chemisch dem ähnlich, was dem Mars seine eigene Farbe verleiht – daher bedarf es nur minimaler digitaler Nachbearbeitung, um die Illusion zu verkaufen. Die Produktion nutzte für einige Aufnahmen zudem die weitere jordanische Wüste rund um Wadi Rum, nicht nur das geschützte Kerngebiet.

Star Wars und Dunes Wüstenplaneten

Die Star-Wars-Reihe hat Wadi Rum bereits zweimal als Kulisse für fiktive Wüstenwelten genutzt – Rogue One (2016) drehte dort Szenen, die auf dem Planeten Jedha spielen, und Der Aufstieg Skywalkers (2019) verwendete die Landschaft für den Planeten Pasaana. Denis Villeneuves Dune (2021) ging noch einen Schritt weiter und machte Wadi Rum zu einem der Hauptschauplätze für Arrakis, den Wüstenplaneten im Zentrum der Geschichte – eine natürliche Wahl, denn Frank Herberts Roman beschreibt eine Landschaft aus hoch aufragenden Felsen und endlosem Sand, die dem Tal verblüffend ähnelt. Zwischen den beiden Filmreihen hat Wadi Rum mittlerweile mindestens drei verschiedene fiktive Planeten verkörpert – zusätzlich zu seinem Auftritt als Mars.

Aladdin, Transformers und darüber hinaus

Über die Science-Fiction-Epen hinaus war Wadi Rum in einer Vielzahl weiterer Produktionen zu sehen: Ein Felsbogen im Tal ist in Disneys Live-Action-Verfilmung „Aladdin“ von 2019 zu sehen, und Michael Bays „Transformers: Die Rache“ (2009) drehte Actionszenen zwischen den Dschibels. Jordanien insgesamt hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem bevorzugten Drehort entwickelt, und der Schutzstatus von Wadi Rum, die dramatische Landschaft und die relative Nähe zum Flughafen von Aqaba machen das Tal zur wiederkehrenden Wahl für Produktionen, die atemberaubende Wüsten- oder Alienwelten benötigen – ohne ein bevölkertes, gut angebundenes Land zu verlassen. Lokale Beduinen-Teams werden oft als Statisten, Fahrer und für die Location-Betreuung engagiert, sodass Tourismuswirtschaft und Filmindustrie stärker miteinander verwoben sind, als Besucher erwarten würden.

Warum die Wüste auf der Leinwand so gut funktioniert

Die Anziehungskraft von Wadi Rum auf Filmemacher beruht auf einigen Dingen, die Landschaften selten vereinen: wirklich außerirdisch wirkende Felsformationen statt gewöhnlicher Wüstendünen, eine Farbpalette – tiefroter, oranger und rosafarbener Sandstein – die ohne viel Nachbearbeitung auf der Kamera wie von einem anderen Planeten wirkt, riesige offene Flächen ohne Straßen, Stromleitungen oder Gebäude, die die Sicht stören, und ein Klima, das zuverlässig genug ist, um Dreharbeiten zu planen. Hilfreich ist auch, dass das Schutzgebiet groß genug ist, um für jede Produktion eine andere Ecke zu finden, sodass Mars, Jedha, Pasaana und Arrakis nicht wie dieselben paar Quadratkilometer in Dauerschleife wirken. Für Besucher bedeutet das, dass eine Jeep-Tour oft an einem Ort vorbeiführt, den man aus einem Film wiedererkennt – ohne dass der Fahrer unbedingt darauf hinweist.

Wadi-Rum-Tourdaten auf GetYourGuide ansehen ↗

Noch unentschlossen, wie lange die Tour dauern soll – oder ob sich eine Übernachtung im Camp lohnt?

Hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse und den ungefähren Reisezeitraum – wir schicken Ihnen eine kurze Übersicht, wie sich die 2-Stunden-, Halbtages- und Ganztages-Jeep-Touren unterscheiden, welche Ziele jede einzelne ansteuert und ob sich eine Übernachtung im Camp lohnt.

Wadi-Rum-Tourdaten auf GetYourGuide ansehen